Zwischen Zidane und Palästina-Konflikt

Die Ausstellung «Foot et monde arabe» in Zürich beleuchtet das Verhältnis von Fussball und arabischer Welt in all seinen Facetten.

Zinédine Zidane und Mohamed Salah – diese Namen stehen sinnbildlich für die Bedeutung des Fussballs in der arabischen Welt. Darum spielen die beiden natürlich auch in der Ausstellung «Foot et monde arabe» im Fifa World Football Museum in Zürich eine grosse Rolle. Die Ausstellung mit Videoinstallationen, Pokalen, Originaltrikots und zahlreichen anderen historischen Stücken erzählt aber nicht nur die Geschichte der Stars der Fussball- Neuzeit, sondern auch jene von grossen Figuren aus der Vergangenheit. 

Da ist zum Beispiel Larbi Ben Barek aus Marokko, den Pelé so bewunderte, dass er ihn «Gott des Fussballs» nannte. Oder Rachid Mekhloufi, der von den Franzosen erst geliebt, dann wegen seines Engagements für die Unabhängigkeit Algeriens verstossen und schliesslich wieder mit Jubel empfangen wurde. Ausserdem im Fokus: die beiden Jordanierinnen Rama Abu Rob und Rouzbahan Fraij, die andere junge Frauen ermutigen wollen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Denn es gibt in der arabischen Welt keinen besseren Treiber für Emanzipation und Gleichberechtigung wie den Fussball. Überhaupt besitzt der Sport dort fast immer eine politische Dimension, erst recht in Palästina, wo er trotz oder gerade wegen der vielen Probleme im Alltag heiss geliebt wird.

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Rachid Mekhloufi war ein Star bei St-Etienne. Doch dann flüchtete er über die Schweiz nach Algerien und schloss sich der algerischen Unabhängigkeitsbewegung an.

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Der Verband sperrte Mekhloufi. Erst vier Jahre später und nach einem kurzen Engagement bei Servette, kehrte er zu St-Etienne zurück.

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Ägypten war 1923 das erste Fifa-Mitgliedsland aus der arabischen Welt. 1936 folgte der Libanon, 1937 Syrien und 1948 der damals noch ungeteilte Sudan.

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Mohamed Salah ist Ägyptens grösster Fussballer – und ein globaler Superstar. Mit dem FC Liverpool gewann er im Frühling die Champions League.

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In seiner Heimat spielte Salah für Al Mokawloon aus Kairo, seine erste Station im Ausland war der FC Basel, wo er die Nummer 22 trug.

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An guten Tagen waren seine Hände überall. Viermal führte Essam El-Hadary die ägyptische Auswahl zum Gewinn der Afrikameisterschaft.

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Auch in der Schweiz hinterliess El-Hadary Spuren: 2009 gewann er mit dem FC Sion den Cupfinal gegen die Young Boys in Bern nach einem 0:2 noch 3:2.

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Der Nejmeh Club aus Beirut gewann achtmal die libanesische Meisterschaft. Besonders macht ihn aber die religiöse Durchmischung seiner Spieler.

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Gewöhnlich sind im einstigen Bürgerkriegsland Libanon die Mannschaften entweder rein christlich, sunnitisch oder schiitisch.

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Rama Abu Rob und Rouzbahan Fraij spielen für Jordanien – und kämpfen für das Recht arabischer Frauen auf Selbstbestimmung.

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Zinédine Zidane war 1998 Welt- und 2000 Europameister. Er zeigt, wie wichtig Einwanderer aus dem arabischen Raum für Frankreichs Fussball sind.

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Am 6. Oktober 2001 spielte Zidane mit Frankreich in St-Denis gegen Algerien, die Heimat seiner Vorfahren. Bei der französischen Hymne pfiffen Zehntausende.

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Kurz vor Schluss stürmten algerische Anhänger beim Stand von 4:1 für die Franzosen das Feld des Stade de France, es kam zu einem Spielabbruch.

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Larbi Ben Barek war der erste Fussballstar mit arabischen Wurzeln. Zwischen 1938 und 1955 spielte er in Europa für Clubs wie Marseille und Atlético Madrid.

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Brasiliens Superstar Pelé sagt über den gebürtigen Marokkaner Ben Barek: «Wenn ich der König des Fussballs bin, dann ist er der Gott.»